Kein Kapitän noch Walfänger oder Edelmann hat hier gewohnt, doch es schläft sich gut in diesem altehrwürdigen Gemäuer, welches einst von einfachen und stolzen Bauern bewirtschaftet wurde und sich noch heute in Familienbesitz befindet

Der Brarenhof, Bild von Julius Stockfleth
um 1900
Keike u. Lorenz Braren um 1850
Der Lehrer und Maler Oluf Braren 1787-1839
Goldene Hochzeit 1928
Ingwert Cornelius und Lena Braren
Ingwert Cornelius u.Lena Braren 1928
Harald Nickelsen u. Lena Maria Braren um 1928
Ingwert Cornelius Braren
Um 1965
Brarenhüs um 1950
Oma Lena mit Sohn Jan und Rita Nickelsen
Harald und Lena um 1975
Melken auf der Weide um 1970
So sah es Anfang der 70er in Oldsum aus
Jan Nickelsen (1930-2015) bei der Schafschur
Abriss des alten Stallgebäudes um 1976
Unsere Oma Rita, Juli 2020

Um 1634, nach der großen Sturmflut, der Mandränke, in der u.a. das sagenumwobene Rungholt unterging und das Wattenmeer in seiner heutigen Form entstand, siedelten die Menschen, die teils ihr Hab und Gut verloren hatten, auf der etwas höheren Geest um und bauten sich dort ihre Häuser und Gehöfte neu auf.

Der erste Bewohner des Hofes war Früdde Ocken, verheiratet mit Jung Thur, geborene Peters. Er kam 1678 auf tragische Weise ums Leben: Er hatte seinen Sohn in Goting besucht und ist bei schlechter Sicht im Schneegestöber auf dem Rückweg vom Weg abgekommen.Man fand ihn erfroren an der Borgsumer Mühle.

Der Sohn, Brar Früdden, war ebenfalls Landmann auf der Hofstelle und galt als wohlhabend, denn er betrieb zudem noch eine Schmiede. Er war verheiratet mit Kerrin Früdden.

Dessen Sohn Brar Braren übernahm später die Hofstelle . Seine Ehe mit Kerrin Jacobs,die nicht einer alt eingesessenen Familie entstammte, wurde von der Braren-Familie nicht akzeptiert. Brars Geschwister sollen versucht haben, die Heimführung der Braut zu verhindern, worauf der Bräutigam mit einem öffentlichen Plakat die Armen zum Hochzeitsmahle einlud.

Der einzige Sohn neben 3 Töchtern hieß ebenfalls Brar Braren. Er heiratete Kerrin Olufs.

Aus dieser Ehe gingen 7 Kinder hervor. Der älteste von ihnen war Oluf Braren, der Lehrer wurde und sich autodidaktisch das Malen aneignete. Er hatte ein sehr bewegtes Leben: Obgleich er verheiratet war, pflegte er ein Verhältnis mit einer seiner Schülerinnen und zeugte 2 Kinder mit ihr. Ein Skandal zu damaliger Zeit, was harte Konsequenzen nach sich zog ! Nach seinem Tode rühmte man seine Bilder. ( Wir wollen nicht alles erzählen, denn schließlich soll man ja auch noch etwas "entdecken". An dieser Stelle sei gesagt, dass wir für unsere Gäste viele gute Bücher und Informationen zur Geschichte der Insel Föhr zur Verfügung stellen) .

Nun aber zurück zu Brar Braren.

Brar heiratete nach dem Tod seiner Frau Kerrin 1800 Tadt Flur aus Utersum. Auch diese Frau starb. 1822 wollte er noch einmal eine junge Frau aus Süderende ehelichen. Die Kinder waren mit dem Plan des Vaters nicht einverstanden. Aus Trotz baute Brar Braren ein großes Haus gegenüber der Stammstelle, das heutige "Brarenhüs". Die Kinder boykottierten seine Pläne. Das Haus stand viele Jahre leer.

Später übernahm der Enkel Brar Lorenz Braren das Haus und errichtete die Schmiede dort im Westteil. Nachdem Föhr preußisch wurde (1864) durfte laut Verordnung keine Schmiede mehr im Haus sein. Sie wurde dann östlich des Hauses errichtet.

Der Hof wurde von Brar Braren und seiner Frau Antje, geborene Ketels, übernommen. Der Schwiegervater Brar war äußerst sparsam und lehnte alles Neumodische ab. Antje hatte es nicht leicht.Ein Kochbuch, so die Überlieferung, warf er ins Feuer.

Nach dem Tod Brar Brarens übernahm der Sohn Ingwert-Cornelius Braren den Hof mit Schmiede.  Antje ging etwas später eine 2.Ehe mit Christian Dietrich Roeloffs aus Süderende ein.

Das Haus 49, das heutige "Brarenhüs" ,wurde veräußert.

Ingwert-Cornelius Braren heiratete 1878 Lena Braren. Aus dieser Ehe gingen 9 Kinder hervor. Keiner der männlichen Nachfahren wollte jedoch den Hof übernehmen, so dass die Tochter Lena Maria Braren zu Hause auf dem heutigen "Brarenhof" blieb und 1926 Harald-Julius Nickelsen aus Nieblum heiratete.

Somit bekam der Hof in Oldsum einen anderen Nachnamen : Nickelsen.

Lena-Maria und Harald-Julius bekamen 3 Kinder: Hilde und die Zwillinge Jan und Ingelena.

Jan Nickelsen heiratete Rita Christine Nielsen aus Borgsum. 2 Kinder gingen aus der Ehe hervor : Ellen Dorette und Hark-Jürgen.

Die Familie lebte wie ihre Vorfahren von Landwirtschaft und Milchkühen.

1989 gelangte das "Brarenhüs", die einstige Schmiede und stolzes Haus des Brar Braren, wieder in den Besitz der Familie. Zuletzt hatte dort Lieselotte Zahn mit ihren Eltern Georg und Edeltrud Zahn gewohnt, die das Haus  nach dem 2.Weltkrieg für 12 000 Mark erwarb.

Hark-Jürgen heiratete 1993 Carina, die von der Insel Fehmarn stammt. Aus dieser Ehe gehen 3 Kinder hervor : Nanning-Julius, Gonne-Cornelius und Imke-Helene.

Nach und nach bauten Hark-Jürgen und Carina einen Teil Stall und Scheune zu Ferienwohnungen aus. Heute freuen sie sich über jeden Gast, der den Weg zu ihnen auf den "Brarenhof" findet, denn der Wunsch in Zeiten des Immobilienverkaufs an Gutbetuchte ist übermächtig :

Auch die nachfolgenden Generationen mögen ihr Auskommen auf dieser schönen Insel haben und der Besitz in der Familie erhalten bleiben.